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Giselle Menendez im Interview

Hallo Giselle wie ist dein erster Eindruck von Österreich und der WHA-Meisterliga?


Mein erster Eindruck der Liga war sehr positiv. Ich glaube, die Liga befindet sich in der Professionalisierung und diese offensichtlichen Schritte werden auch das allgemeine Wettbewerbsniveau erhöhen. Ich kam nach Österreich, ohne viel über die Liga zu wissen, aber nach den ersten beiden Spielen, war ich beeindruckt von der Wettbewerbsfähigkeit. Es stimmt zwar, dass zwei oder drei Teams auf einem höheren Niveau herausragen, aber ich denke, dass sich kein Team in einem Spiel entspannen kann und das ist ein gutes Zeichen.


Du kommst aus Argentinien, wie ist der Handball dort?


In Argentinien ist der Handball nicht professionell, die Spielerinnen zahlen Mitgliedsbeiträge, um spielen zu können. Nebenbei studieren und arbeiten sie noch. Obwohl es Bemühungen gibt diese Dinge zu verändern, passiert das leider sehr langsam.

War es schon immer dein Traum Profi-Handballerin zu werden?


Ja schon seit meiner Kindheit. Ich war schon früh Teil der argentinischen Nationalmannschaft und habe damals schon jeden Tag mit dem Ziel „Profi zu werde“ trainiert. Da wie oben bereits erwähnt der Handball in Argentinien nicht professionell ist, war das jedoch sehr schwierig. Nachdem ich meinen Universitätsabschluss hatte, merkte ich, dass es jetzt an der Zeit war neue Herausforderungen zu suchen. Anfangs habe ich es als Abenteuer gesehen, aber nach und nach haben mich mein Engagement dazu gebracht Handball zu meinem Beruf zu machen und meinen Traum wahr werden zu lassen. Letzte Saison hast du noch in Spanien bei Balonman Atletico Guardes und davor in Atticgo BM Elche gespielt. Was ist der größte Unterschied zwischen dem spanischen- und dem österreichischen Handball?


Der Hauptunterschied besteht darin, dass Spanien dazu neigt ein schnelles und dynamisches Tempo an den Tag zu legen. Sie haben allgemein eine hohe Geschwindigkeit und ein aggressiveres Verteidigungsspiel. Ich denke jedoch, dass der größte Unterschied darin liegt, dass in Spanien mehr Professionalität herrscht und sich eine größere Anzahl von Spielerinnen ausschließlich auf den Handball konzentrieren. Zudem ist die Sichtbarkeit ein weiterer Faktor, in Österreich ein Damen Spiel online zu sehen ist beinahe unmöglich, hingegen in Spanien alle Spiele auf Youtube verfolgt werden können.


Letztes Jahr hast du das EHF European Cup Finale gespielt. War das dein größter Erfolg in deiner Karriere?


Ja zweifellos, dieser Erfolg hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. Obwohl wir es am Ende leider nicht gewinnen konnten, habe ich mit der Zeit die Größe dieses Erfolges schätzen gelernt. Zudem bin ich auch stolz, dass ich mit Elche Teil des Meister-Teams im Copa de la Reina bin.


Warum hast du dich für Österreich und das Team Greenpower JAGS Roomz Hotels entschieden?


Ich wollte eine neue Herausforderung, in ein neues Land ziehen, die Kultur kennenlernen und eine neue Sprache lernen. Als ich mit meinem Manager gesprochen habe, brachte er das Team Greenpower JAGS Roomz Hotels ein, was mich aufgrund der Ambitionen des Vereins sofort angesprochen hat. Ich freue mich wirklich hier zu sein, die Mannschaft und der Verein haben mich super aufgenommen, was den Einstieg für mich sehr erleichterte. Ich genieße diesen neuen Abschnitt meines Lebens in vollen Zügen.


Was erwartest du dir von deiner Mannschaft?

Wir haben ein Team mit vielen neuen Spielerinnen. Das bedeutet natürlich, dass wir Zeit brauchen, um uns besser kennenzulernen und uns einzuspielen. Dennoch sehe ich ein großes Potenzial in der Mannschaft. Wir haben viele junge Spielerinnen, die sehr ambitioniert sind und das ist sehr positiv. Unser Ziel ist es, dass wir in jedem Spiel unser Bestes geben und auf höchstem Niveau spielen. Natürlich möchten wir so weit oben wie möglich in der Tabelle stehen, jedoch wissen wir auch, dass es Zeit und Arbeit erfordern wird. Nichts desto trotz bin ich sicher, dass wir mit Teamarbeit und Entschlossenheit in dieser Saison großes erreichen werden. Gibt es noch etwas, was die Handballwelt über dich wissen sollte?


Abschließend möchte ich allen Spielerinnen, die Nachdenken den Schritt ins Unbekannte zu wagen, die Botschaft mitgeben, dass sie sich auf die Veränderung einlassen sollen. Es mag am Anfang beängstigend sein, aber am Ende bringt uns der Handball viele Freunde und Lernmöglichkeiten. Auf meinem Weg habe ich nicht nur wunderbare Menschen kennen gelernt, sondern bin als Spielerin und viel wichtiger aber als Mensch gewachsen. Obwohl ich weit weg von zu Hause bin bereue ich meinen Weg und die Erfahrungen keineswegs.




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